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Draht in die Wolken: Clients (ownCloud - Teil 3)

ownCloud einrichtenEin "online Datenspeicher" macht natürlich noch keine echte Cloud
Verglichen mit Dropbox, UbuntuOne, GoogleDrive, etc. fehlt meiner "ownCloud" noch etwas entscheidendes: Clients (unabhängig vom Browser).
"ownCloud" verwendet als Grundlage für den Datenaustausch webDAV.
Damit ist klar, dass ich prinzipiell mit jedem webDAV-Client eine Verbindung mit "MEINER CLOUD" herstellen könnte. Das Fummeln mit universellen webDAV-Clients lassen wir hier aber mal links liegen, weil "ownCloud" für jede Plattform einen nativen Client anbietet.the ownCloud clients
Bis auf den MacOSX- und den Windows-Client habe ich jeden dieser Clients getestet. Gleich vorab: KEINER der Clients hat mich enttäuscht und alle funktionieren, wie erwartet. Der iOS-Client funktioniert annähernd gleich dem Android-Client und ist ebenso zuverlässig.

Die folgenden Funktionen sind, mit Sicherheit und neben diversen anderen, die interessantesten einer Cloud:

  • Datentransfer von Dateien z.B. Bilder, Musik, Dokumenten, etc.
  • Kontaktverwaltung
  • Kalenderverwaltung

... und alles sowohl vom Desktop-PC und Laptop aus, als auch von mobilen Geräten! - Mit "ownCloudkein Problem!

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a) - Transfer von Dateien
Für die Computerfraktion tritt der Ubuntu-Client (Linux) an. Für die ganz harten ;), oder falls sich im SuSE-Buildservice keine Version für die bevorzugte Distribution findet, kann der Client aus dem Source kompiliert werden. - Der Rest fügt einfach das Repository in seine Paketverwaltung ein und z.B. ein geschmeidiges

apt-get install owncloud-client

ownCloud - The Clientsbringt ihn auf das System, wo er unter Zubehör zu finden ist. Für Windows und MacOS greift der geneigte Anwender einfach zum Installer.

Beim ersten Start fragt der Client nach der Cloud-URL und prüft selbstständig auf SSL. Anschließend legt er ein Unterverzeichnis im Home-Verzeichnis an. 
Parallel dazu, erzeugt er im Cloud-Profil einen Ordner und verbindet beide zur Synchronisation. ... fertig!

local folders to syncownCloud running in taskbarDer Client verabschiedet sich in die Taskleiste. Jede Veränderung an Dateien und Unterverzeichnissen, innerhalb dieser Ordner, werden, ab jetzt, sofort und permanent synchronisiert.




Natürlich lassen sich mit Leichtigkeit weitere Verzeichnisse zur Synchronisation auswählen. Der korrespondierende Ordner in der Cloud wird automatisch erzeugt. the ownCloud Ubuntu-clientWird ein Verzeichnis aus dem Client entfernt, bleibt es in der Cloud selbstverständlich erhalten.

.... soooo einfach?!? - Ja, warum sollte es komplizierter sein? ;)

 

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Jetzt das ganze mobil:

ownCloud for Android ownCloud for iOS
Zunächst der Schock! .... Beide Apps kosten Geld :O .... unerhört! ;) - Sie sind aber ihr Geld wert!
Die iOS-App kostet 0.99$, die Android-App dagegen 2,55€ ... dafür läuft sie aber auch auf jeder Android-Version und kann eine Kleinigkeit mehr als der iOS-Client

... nämlich automatisch Fotos in die Cloud kopieren.

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ownCloud iOS AccountBeim ersten Start (oder später in der Kontenverwaltung) kann man die Cloud-URL eintragen. Die SSL-Verbindung wird auch hier automatisch erkannt. Nach dem Speichern von Login und Passwort steht die Verbindung zur Cloud.



 

ownCloud for AndroidownCloud for iOSAnders als beim Desktop-Client, hat man bei den mobilen Varianten nicht die Möglichkeit, einzelne Verzeichnisse anzulegen und zu synchronisieren. Der "ownCloud"-Client liest automatisch alle Verzeichnisse im "ownCloud"-Profilordner und zeigt sie an.



Per Klick werden die Dateien direkt geöffnet oder können herunter geladen werden. Bilder und Videos werden direkt im Client angezeigt. Nach dem Download einer Datei hat man die Möglichkeit zu entscheiden, diese Datei permanent zu synchronisieren. Zudem können neue Ordner in der Cloud erzeugt werden und natürlich Dateien hoch geladen werden.

In der Android-Version besteht, wie schon erwähnt, zusätzlich die Möglichkeit, Fotos automatisch in die Cloud hoch zu laden (alle Verbindungen oder nur via WLan). "Offline"-Fotos werden mit der nächsten verfügbaren Netzwerkverbindung hoch geladen.

HINWEIS:
Bei mehreren "Offline"-Fotos im Upload kann es passieren, dass ab dem vierten oder fünften Foto der Upload "etwas stockt". ... eventuell liegt es auch an meinem Heim-WLan.

Damit haben wir das Thema Dateitransfer erledigt.
 

b) - Kontakte verwalten
Die Clients stellen von Hause aus keine Funktion für die Verwaltung von Kontaktdaten zur Verfügung. Das ist auch nicht notwendig, da, wie erwähnt, "ownCloud" webDAV zur Verfügung stellt.
ownCloud cardDav-URLJede App, bzw. Software zur Kontaktverwaltung, die cardDAV "spricht", kann somit ihre Kontakte mit "ownCloud" synchronisieren. Im Adressbuch von "ownCloud" kann die notwendige URL für das Adressbuch kopiert werden, welche anschließend in die jeweilige Software eingetragen werden muss.
Hier sind iOS-Geräte leicht im Vorteil, weil sie "von Hause" aus cardDav unterstützen. Da Google seinem Android dieses Feature nicht spendiert hat (warum wohl ;) ), bedarf es einer weiteren App.
 

cardDAV-sync for AndroidcardDAV-sync for AndroidcardDAV for AndroidIch verwende "CardDAV-Sync" von Marten Gajda. Noch ist die App kostenpflichtig (lohnt sich). Nach der BETA-Phase will Marten das Projekt OpenSource stellen.
... die App gibt es auch in einer kostenlosen Version.
Die App stellt für die Android-Kontakte eine weitere Kontoart bereit. Einfach ein neues CardDAV-Sync-Konto hinzufügen und die erwähnte URL zusammen mit Login und Passwort eintragen ... *palimpalim* schon können die Kontakte mit "ownCloud" synchronisiert werden.
 

Inverse SOGo ConnectorownCloud-contacts in ThunderbirdThunderbird cardDAV-URLFür Mobilgeräte ist die Synchronisation also relativ simpel zu realisieren.
... für den Desktop greifen wir als Beispiel zum Thunderbird. Der "spricht" von Hause aus ebenfalls KEIN cardDAV, weshalb wir auch hier ein AddOn verwenden.
Sehr zuverlässig arbeitet das "Inverse SOGo Connector"-AddOn, welches auch für diverse andere Cloud-Projekte und Groupware-Lösungen verwendet wird. Genau wie cardDAV-Sync auf Android, stellt dieses AddOn einfach ein "Remote Adressbuch" im Thunderbird bereit.
... einfach ein neues Adressbuch anlegen und bei "Remote Adressbuch" die cardDAV-URL eintragen. ... Rechtsklick->Synchronisieren ... fertig. ... einfacher geht es kaum. ;)
 

c) - Verwalten von Kalendern
caldDAV-URL in ownCloudEs wird jetzt nicht überraschen, dass die Synchronisation der Kalender über calDAV abgewickelt wird. Auch hier ist für iOS-Geräte nichts weiter zu tun, als die URL für den Kalender aus "ownCloud" zu kopieren und in die Kalenderverwaltung einzutragen.
... genauso wie bei jeder anderen Kalender-Software, die calDAV "spricht".
 

calDAV-sync for AndroidFür Android fehlt, wie soll es auch anders sein, das notwendige Protokoll ... weil ... es gibt ja den Google-Kalender, ;) - Auch hier bietet Marten Gajda die Lösung an: "CalDAV-Sync". Auch diese App ist kostenpflichtig und soll OpenSource gehen, wenn die Beta beendet ist. Natürlich gibt es diese App auch als kostenlose Variante ... aber unabhängige Entwickler zu unterstützen stellt ... ACHTUNG: unabhängige Entwicklung sicher. ;) Diese App sorgt dafür, dass Android-Nutzer auch calDAV-Kalender in der Kalenderverwaltung anlegen können. :D
 

Thunderbird & Lightning-extension with calDAVFür den Thunderbird, um auf den Desktop zurückzukommen, ist es ratsam, die Kalendererweiterung "Lightning" zu installieren (wird auch für "Google Provider" zur Synchronisation von Google-Kalendern benötigt ;) )
Wenn "Lightning" installiert ist, kann simpel ein neuer "Netzwerkkalender" angelegt werden, wo - ihr erratet es - die calDAV-URL eingetragen wird, zusammen mit den Zugangsdaten. ... *shazam* damit hat man seine Kalender auch auf dem Desktop verfügbar.

... und schon haben wir die wichtigsten Clients für die wichtigsten Funktionen abgehakt. :D

HINWEIS:
Die, von mir genannten, Apps/Programme für cardDAV und calDAV sind nur Vorschläge.
Jede Software, die dieser beiden Standards mächtig ist, kann, "aus dem Stand", Kontakte und Kalender mit "ownCloud" synchronisieren.

Da die wenigsten Nutzer "bei NULL" in eine frische Cloud starten, widmen wir uns im nächsten Teil dem besten Vorgehen, Kontaktdaten zu transportieren.

Viele Grüße

Maik

weiter Teile:

         - Mein persönlicher Start in die Cloud (Teil 1) 
         - Eine Wolke - 1000 Möglichkeiten (Teil 2) 
         - Draht in die Wolken: Clients (Teil 3)          
         - Hans Peter zieht in die Cloud (Teil4) (noch nicht online)

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